Die Finanzkrise und das Vertrauen

Ist die Finanzkrise bloß eine Vertrauenskrise? Wenn man sich die vielen öffentlichen Stellungnahmen aus Management und Politik ansieht, hat es tatsächlich diesen Anschein.
Völlig konträr dazu ist die Meinung von Joseph Stiglitz, Wirtschaftsnobelpreisträger und Professor an der Columbia University in New York. Im Interview mit dem Falter sagt er: „Was Leute wie US-Finanzminister Henry Paulson oder Notenbankchef Ben Bernanke nicht verstehen, ist die Tatsache, dass es sich um mehr handelt als um eine vorübergehende Vertrauenskrise. Es wurden echte Fehler bei der Kreditvergabe begangen, deren reale Auswirkungen wir zum Beispiel in diesem Überhang am Häusermarkt sehen.“ (Falter 41/08)
Und wenn ich die derzeitigen Werbeaktivitäten des Finanzsektors sehe, frage ich mich, ob dort überhaupt eine Sensibilität zur aktuellen Situation vorhanden ist. Da werden nach wie vor Anzeigen für riskante Finanzprodukte geschalten und kaum ein Institut versucht den aktiven Dialog zu einem Thema, das sie betrifft wie kein anderes in den letzten Jahrzehnten.
Gerade das kann sich als sehr verhängnisvoll erweisen: Wie sollen Bürger und Konsumenten diesen widersprüchlichen Mix einordnen: zwischen Beschwichtigen und Negieren auf der einen Seite und massiven Interventions-Entscheidungen auf der anderen Seite. Offene Kommunikation und klare Botschaften sind in der jetzigen Situation notwendig – und möglich.
> Mehr dazu:
prportal.de: Banken kommunizieren in der Krise zu wenig

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