Weltmeisterschaft der Trittbrettfahrer

Am Freitag, 11. Juni 2010 startet die Fußball-WM in Südafrika, sogar der Kulturmontag auf ORF 1 ist schon im Fußballfieber. In der Werbung laufen bereits eine ganze Zeit lang Kampagnen zur WM. Im deutschen Horizont war jetzt zu lesen, welche Marken dabei besonders punkten: Eindeutig am meisten Aufmerksamkeit zog demnach Nutella auf sich: 23,1 Prozent der Befragten einer Umfrage des Link-Instituts ist diese Werbung aufgefallen. An zweiter Stelle liegt Bitburger mit 10,9 Prozent, Coca-Cola folgt mit 10,4 Prozent.
Sport-Großveranstaltungen sind immer auch eine Bühne für Trittbrettfahrer, die mit smartem Ambush-Marketing vom Kuchen mitnaschen. Volkswagen gelingt das wiederum sehr gut. Ebenso wie bei der EXPO in Shanghai ist der Konzern zwar nicht Sponsor, nützt das Ereignis aber geschickt aus. Das Ergebnis: 9,3 Prozent der von Link Befragten ist die WM-Kampagne von VW besonders aufgefallen.
Media Markt ist ebenso geschickt beim WM-Marketing und startete rechtzeitig vor Südafrika ein eigenes Online-Game. Dabei können Amateur-Kicker ihr Können als Goalkeeper unter Beweis stellen. Dazu gibt es auch eine Fanseite bei Facebook. Südafrika ist überhaupt die erste WM, bei der Social-Media eine große Rolle spielen werden – und Facebook liegt dabei unangefochten an der Spitze.

Ein Blog im EXPO-Fieber

Mein Blog macht (schon einige Zeit) und noch bis Mai EXPO-Shanghai-Pause. Bei der größten EXPO aller Zeiten hat alles eine andere Dimension. Österreich ist dort mit einer ziemlich beeindruckenden Multimedia-Präsentation vertreten – und ich mache dazu die Medienarbeit.
>> Mehr zur EXPO Shanghai 2010 gibt es zum Beispiel hier zu sehen:
Website des Österreich-Pavillons
Austrian Experiencing Pavillon (virtueller Österreich-Pavillon im Web)
„Making Of“-Clip der interaktiven Ausstellung
EXPO Shanghai Website

Social Media in österreichischen Unternehmen – das große Schweigen

Meta Communication International erhob, wie die österreichischen Unternehmen per Anfang März 2010 im Social Web präsent waren. Markant ist die große Dominanz von Red Bull. Auf Facebook hat der Konzern 2,4 Millionen Fans (exklusive spezieller Angebote wie Red Bull Air Race oder Red Bull Canada). Auf Platz zwei folgt mit großem Abstand Swarovski mit 276.000 Fans.  Den dritten Platz belegen bwin und die Rewe Group mit jeweils rund 66.000 Fans.
Die weiteren österreichischen Unternehmen haben unisono unter 4.000 Fans bei Facebook – und sind damit in der selben Größenordnung wie die Linzer Institution Leberkas-Pepi. Was auch zeigt: Wer als kleines Unternehmen im Social Web vif ist, kann damit recht erfolgreich sein.
Eigene Blogs betreiben zum Beispiel Red Bull, Raiffeisen, bwin Interactive, mobilkom austria, Telekom Austria, AUA und Österreichische Post.
>> Mehr dazu:
Grafik mit kumulierten Userzahlen bei Facebook, Xing, YouTube, StudiVZ/MeinVZ, Twitter

93 % der E-Mails sind Spam & Co.

BarracudaLabs untersuchte das E-Mail-Aufkommen des Jahres 2009. Demnach bleibt das Thema Spam brisant: 92 % aller versandten Mails sind Spam und ein weiteres Prozent enthält Viren oder ist zweifelhaft. Die Inhalte bei Spam sind klar verteilt: Eindeutige Mehrheit mit 37 Prozent hat Viagra und andere pharmazeutische Erzeugnisse zum Thema, bei 20 Prozent geht es um das Thema Bildung und bei 13 Prozent um Schmuck. Gerade der letzte Bereich hat 2009 enorm zugenommen – das kann auch mit dem Anstieg des Goldpreises zusammenhängen.
Unterm Strich bleiben bei den E-Mails somit nur 7 Prozent, die man auch öffnen sollte. Und selbst unter diesen ist es nicht sinnvoll, alle zu lesen: Gehäufte CCs, unüberlegtes Weiterleiten, unvollständige Informationen, langwierige oder unverständliche Texte – die produktive Ausbeute ist enorm gering.
Aus dem Zeitsparer E-Mail ist damit ein großer Zeitfresser geworden, wie sich anhand eines einfachen Beispiels zeigen lässt. Jemand erhält und versendet pro Tag zum Beispiel 50 E-Mails. Das macht in einem Jahr 12.200 Nachrichten oder 50 Arbeitstage, die mit dem E-Mailen verbracht werden.
Mehr dazu:
Annual Report BarracudaLabs (PDF)
K2: Effizienter E-Mailen

E-Mail-Marketing in Zeiten des Social Webs

Die US-Organisation MarketingSherpa ist schon seit Langem internationaler Guru zum Thema E-Mail-Marketing. In München veranstaltete die Organisation soeben ein E-Mail Summit mit neuesten Trends zum Thema.
Mark Philipp von GermanWings zeigte sich dabei überzeugt: „Everybody is talking about social media, while e-mail marketing is still making all the sales.
Auch wenn der Hype um das Social Web groß sein mag, ist das doch etwas überzeichnet. Gerade, wenn man sich die Entwicklung in den USA ansieht. Facebook hat dort Google im März 2010 schon einmal als meistbesuchte Website überholt. Mit standortbezogenen Angeboten ist in den USA bereits die nächste Generation an Diensten im Aufwind. „Macht im Internet hat eine kurze Halbwertszeit“, stellt dazu das Blog Off the Record fest.
Aktivitäten im Social Web lassen sich für Unternehmen nicht so ohne Weiteres in gesteigerte Umsatzzahlen umlegen, einige Befragungsergebnisse sind dennoch interessant. Die deutsche Wochenzeitung Horizont zitiert etwa in der Ausgabe vom 18. März 2010 eine Studie des Marketing-Unternehmens Hubspot. Demnach sagen 68 Prozent der US-Unternehmen, dass sie über Facebook Kunden gewonnen haben. McKinsey und Google haben erhoben, dass der Pro-Kopf-Umsatz von Unternehmen, die in Netzwerken überdurchschnittlich aktiv sind, deutlich höher ist als bei Händlern, die auf solchen Plattformen nicht aktiv sind. Und laut einer Erhebung von Razorfish haben 65 Prozent der Befragten ihre Meinung über eine Marke nach einer Begegnung mit ihr im Netz verändert.
> Mehr zum E-Mail Summit bei dialogMail

Ein Drittel sind lediglich Zuseher bei Twitter

Immer häufiger fallen mir bei Twitter neue Follower auf, die selbst keine Tweets haben. Manche von ihnen haben zugleich selbst eine beträchtliche Anzahl an Follower und dürften also mehr oder weniger findig im Anwenden zweifelhafter Marketing-Methoden sein.
Tatsächlich gibt es jedoch auch eine große Anzahl an Usern, die Twitter nur passiv nutzen. BarracudaLabs hat das Nutzerverhalten bei Twitter im Jahr 2009 untersucht: Demnach haben 34 Prozent der User sebst keine Tweets.
Die stärksten Zuwachsraten seit dem Start hatte Twitter übrigens im April 2009 mit einem monatlichen Wachstum von 20 Prozent. Mittlerweile ist die Zunahme wieder kleiner geworden – sie lag im Dezember 2009 bei 0,34 Prozent. Ein wichtiger Grund für die Spitze im Frühjahr 2009 dürfte die Red Carpet Era sein, wie sie im Report der BarracudaLabs genannt wird: Zwischen November 2008 und April 2009 starteten viele Celebritys mit Twitter-Acoounts – und Millionen Fans folgten ihnen.
> Mehr dazu:
Annual Report BarracudaLabs (PDF)

Journalisten sind Fans von Facebook & Co.

Wie sieht eigentlich das Verhältnis von österreichischen Kommunikationsprofis zum Social Web aus? Die PR-Agentur ikp und die Fachzeitschrift “Der Österreichische Journalist” haben dazu 545 Journalisten und Kommunikationsfachleute befragt. Sie nutzen demnach Social Media besonders häufig. 8 von 10 Journalisten sind zumindest bei einem Social Network vertreten – rund die Hälfte ist dies bereits seit mehr als zwei Jahren. Unter den anderen  Internet-Usern in Österreich sind laut AIM nur 32 Prozent im Social Web aktiv.
Facebook ist bei den Kommunikationsprofis mit Abstand das beliebteste Social Network. 79 Prozent haben dort ein Profil angelegt. An 2. Stelle liegt Xing mit 69 Prozent. Twitter ist mit lediglich 30 Prozent auf Platz 3 zu finden und wird vor allem von Online-Medien gerne genutzt.
Journalisten schätzen an den Social Media primär die einfachen Möglichkeiten der Kontaktpflege und die hohe Aktualität (jeweils 26 Prozent).
Blogs werden von 26 Prozent der Befragten beobachtet, 16 Prozent betreiben selbst ein Blog – die höchte Affinität hierzu haben wiederum Online-Medien. Nur 6 Prozent der aktiven Blogger wurden bereits einmal kontaktiert, um über ein bestimmtes Thema zu schreiben – dabei würde kein Blogger das grundsätzlich ablehnen.

 

Mehr dazu:
Studie: Journalismus und Social Media (PDF)

Wer braucht Google Buzz? Was erwartet uns bei Facebook?

Ziemlich unerwartet hat Google den neuen Service Buzz präsentiert. Und ziemlich unschlüssig sind viele noch, was sie davon halten sollen. Die Wiener Stadtzeitung Falter nennt ihn in der aktuellen Ausgabe „einen aufgeblasenen Onlinedienst“, mit dem Google unbedingt bei den Social Networks wie Twitter und Facebook mitmischen will, ohne revolutionär Neues zu bieten. Dafür wird heftig ausspioniert: „Am liebsten würde der Dienst alles veröffentlichen, was man in den Weiten des Webs gerade tut – sei es ein Foto auf Picasa hochladen oder ein neues Blog im Google Reader lesen.“ Vor der Nutzung ist daher unbedingt zu empfehlen, die Privacy-Einstellungen zu überprüfen.
Facebook ist inzwischen auch sehr aktiv: Soeben wurde eine mobile Version namens Zero vorgestellt. Und die meistgenutzten Websites weltweit sind großteils schon bei Facebook Connect integriert, das auf den Sites einen einfachen Login ohne erneute Authentifizierung ermöglicht.  Die eigene Suche von Facebook wird immer populärer und schmälert laut All Facebook den Marktanteil von Google. Und Meedia berichtet, dass Facebook in den USA mittlerweile mehr Traffic auf News-Sites bringt als Google News. Facebook bekommt damit immer mehr Datenmacht: Profildaten und Nutzerverhalten ermöglichen ein Social Targeting, von dem jeder Werbetreibende träumt.
> Mehr dazu:
PR-Blogger – Facbeook vs. Google
Spiegel Online – Überraschung-Coup mit Buzz
YouTube – Video über Google Buzz